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Leseprobe (3. Tag) Das bessere Eis:
Moderator:
Das ist aber sehr gemein. Nicht mal vor Kinder hatten die
Respekt?
Frau Augenklick:
Weil sie sagten: das sind doch bloß schwarze Kinder.
Moderator:
Das ist sehr gemein. Wir Menschen
sind doch alle Gottes Kinder: ob schwarz ob weiß, ob dick ob
dünn, ob groß ob klein - das macht doch keinen Unterschied?
Frau Augenklick:
Hör zu, bevor du dich noch weiter aufregst: Die Regierung in
der Hauptstadt Washington, das ist dort wo alles bestimmt wird,
fand das auch nicht gut.
Moderator:
Zum Glück! Frau Augenklick: Und der Präsident sagte: der Polizeichef
dort in der Stadt, wo die schrecklichen Dinge passiert sind,
der Polizeichef soll verschwinden. Und das geschah dann auch.
Moderator:
Wurde es dann für die schwarzen Menschen besser?
Frau Augenklick:
Ja, ganz langsam gab es Fortschritte. Es wurden einige Gesetze
geändert; ganz langsam.
Moderator:
Na immerhin.
Frau Augenklick:
Paß auf, ich hab da noch eine kleine
Geschichte, die wäre eigentlich ganz witzig, wenn sie nicht
so ernst wäre. Sie heißt: "Das kältere Eis" Manche Leute sind
Narren. Das glaubst Du nicht? Dann paß mal auf:
Da war einmal ein Mensch
mit schwarzer Hautfarbe in einer kleinen Stadt in den USA. Der
Mann verkaufte Eis. Alle Leute im Ort, ob schwarz oder weiß,
kauften bei ihm. Das war keine Frage. Denn der Mann war freundlich
und sein Eis schmeckte wirklich sehr gut. Ein weißer Mann beobachtete
das und er wurde neidisch. Dann sagte er sich: "Was der Neger
da kann, kann ich schon lange! Ich mache eine Eisbude auf und
verkaufe Eis."
Gesagt, getan. Bald schon eröffnete der weiße Mann ein Eisgeschäft.
Sein Preise waren zwar höher als die des Schwarzen - aber er
war ja weiß und deshalb was Besseres, meinte er. Sein Eis war
auch nicht so gut wie die des schwarzen Eishändlers. Aber trotzdem:
von nun an kauften alle Weißen bei dem weißen Eishändler.
Einmal traf ein kleiner farbiger Junge einen kleinen weißen
Jungen. Sie besaßen beide zehn Cent und wollten sich dafür ein
Eis kaufen. "Ich geh' zu dem schwarzen Eisverkäufer, da bekomme
ich für zehn Cent zwei große leckere Kugeln Eis. Bei dem weißen
Eishändler gibt es nur eine Kugel für zehn Cent," sagte der
farbige Junge.
"Schon möglich", meinte der kleine weiße Junge, "aber ich gehe
trotzdem zu dem weißen Eishändler. Meine Mutter hat gesagt,
sein Eis ist viel kälter als das des schwarzen Eisverkäufers!"
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