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Leseprobe des Referats zur IV Einheit der Arbeitshilfe "Daran glauben wir": Der Heilige Geist
 

IV. Der Heilige Geist

Von Pfarrer Werner Schmückle, Stuttgart

Heiliger Geist – Gott ist da. Durch den Heiligen Geist erfahren wir Gottes Gegenwart. Er bewirkt, dass wir auf Jesus Christus vertrauen und mit ihm leben.

Inhalt

1. Kreativer Einstieg
2. Vortrag
3. Gesprächsimpulse
4. Ergänzende Texte

1. Kreativer Einstieg: Taube, Wind und Feuer

Zum Schmunzeln
In einer Gemeinde war es Brauch, dass während der Predigt am Pfingstfest auf ein bestimmtes Stichwort hin der Mesner vom Dachboden aus durch eine über der Kanzel angebrachte Klappe eine Taube in den Kirchenraum flattern ließ. Der Pfarrer war bei seinem Stichwort angelangt: „Komm, heiliger Geist!“. Aber nichts tat sich. Hatte der Mesner das Stichwort verschlafen? Laut und deutlich wiederholte der Pfarrer bei nächster Gelegenheit: „Komm, heiliger Geist!“ Auch beim dritten Stichwort: Nichts. Aber dann öffnete sich die Klappe und der Mesner rief kleinlaut herunter: „Herr Pfarrer, der Heilige Geist kommt heute nicht, den hat die Katze gefressen.“

Betrachtung der Symbole für den Heiligen Geist

Plakatwand: Daran glauben wir, Seite 11-12 der Broschüre in der Mitte, darum herum Bilder: Taube, Wirkungen des Windes, Feuer gruppieren

Beim Abschnitt über den Heiligen Geist ist eine Taube abgebildet.
Die Taube gilt als Symbol für den Heiligen Geist. Es gibt weitere Symbole für den Heiligen Geist. Kennen Sie welche? Die aufgehängten Bilder sind ein Hinweis -> Wind, Feuer

Die Taube
Sie ist ein Zeichen für die Verbindung der Welt Gottes mit unserer Menschenwelt. Im Bericht über die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer heißt es: „Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn.“ Markus 1,10.

Der Wind
Den Wind kann man nicht sehen. Aber man sieht und spürt seine Auswirkungen. Der Wind bringt Dinge in Bewegung. Er umgibt uns, manchmal erfrischend und manchmal mit großer Kraft, manchmal sogar zerstörend. Jesus selber sagt: „Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.“ Johannes 3,8.
Das Johannesevangelium erzählt, dass Jesus seinen Jüngern dadurch den Heiligen Geist schenkt, dass er sie anbläst in der Weise, wie Gott dem Menschen nach dem Bericht der Schöpfungsgeschichte das Leben eingehaucht hat (1.Mose 2,7): „Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist!“ Johannes 20,21-22.

Das Feuer
Feuer entzündet, bringt zum Glühen, setzt große Energie frei. „Wir sind Feuer und Flamme“, sagen wir, wenn wir von etwas begeistert sind. „Der Funke ist übergesprungen“, wenn die Begeisterung auch andere erfasst hat.
Feuerflammen gelten als Symbol für den Heiligen Geist. In der Geschichte von der Ausgießung des Heiligen Geistes in der Apostelgeschichte des Lukas ist vom Wind und von Feuer die Rede: „Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer, und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt vom Heiligen Geist.“ Apostelgeschichte 2,2-4

2. Vortrag: Wer ist der Heilige Geist?

Was tut er und wie wirkt er?
Der Heilige Geist ist die dritte Person des dreieinigen Gottes.
Die frühe Kirche bekennt von ihm:
„Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird.“
Gott selber wird in unserem Leben erfahrbar und spürbar durch den Heiligen Geist.
Die Bibel zeigt uns, wie das geschieht. Sieben Antworten habe ich entdeckt auf die Frage: „Was tut Gott durch den Heiligen Geist“?

1. Der Heilige Geist führt zum Glauben an Jesus Christus
Als der Apostel Paulus während seiner ersten Missionsreise nach Philippi kommt, trifft er am Fluss vor der Stadt auf einige Frauen, die sich für seine Botschaft interessieren. Eine dieser Frauen ist Lydia. Von ihr wird in der Bibel erzählt: „Der tat der Herr das Herz auf“. Mit diesem „Herr“ ist Jesus gemeint.
Wie geht das zu, dass der Herr einem Menschen das Herz aufschließt, so dass er zum Glauben an Jesus kommt?
Menschenherzen aufschließen und zum Glauben an Jesus führen kann nur der Heilige Geist. Darum hat uns Martin Luther den Glaubensartikel vom Heiligen Geist so erklärt:
„Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann,
sondern der Heilige Geist hat mich durchs Evangelium berufen,
mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten.“
Kein Mensch kann sich das Tor zum Glauben selber aufschließen. Auch wenn er von sich sagen kann: „Ich habe mich bekehrt, ich habe mich für Jesus entschieden“, dann ist das in Wirklichkeit allein das Werk des Heiligen Geistes in unserem Herzen. Der Heilige Geist wirkt in unseren Herzen und in unserem Gewissen. Im Rückblick entdecken wir: Es war Gottes guter Heiliger Geist, der uns das Vertrauen zu Jesus ins Herz gegeben hat. Er hat uns zu Gotteskindern gemacht. Der Apostel Paulus schreibt der Gemeinde in Rom: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“. Wer das erlebt, der wird von großer Dankbarkeit erfüllt. Denn er merkt, dass sein Leben damit zu seiner eigentlichen Bestimmung gefunden hat.

2. Der Heilige Geist macht Jesus wichtig
Das Johannesevangelium redet in besonderer Weise vom Heiligen Geist, es nennt ihn den Tröster. Jesus sagt zu seinen Jüngern:
„Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: Den Geist der Wahrheit. Er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Er wird Zeugnis geben von mir. Er wird euch in alle Wahrheit leiten und wird mich verherrlichen.“
Johannes 14,16.17.26
Wirklich erkennen, wer Jesus ist, das können wir offenbar nicht mit unserer eigenen Vernunft. Menschlich gesprochen halten wir Jesus vielleicht für einen großartigen Menschen, der viel Gutes getan hat und uns darin ein Vorbild sein kann. Wer Jesus aber wirklich ist, das begreifen wir nicht. Dazu brauchen wir den Heiligen Geist. Er lässt uns erkennen, was Gott durch Jesus für uns getan hat. Er zeigt mir: Jesus ist für meine Schuld am Kreuz gestorben. Er ist auferstanden und lebt. Er schenkt auch mir das Leben, das über diese Zeit hinausreicht in die Ewigkeit.
Der Heilige Geist hilft mir, das zu erkennen und darauf zu antworten, zum Beispiel mit den Worten:
„Jesus, ich danke dir, dass du mich so sehr liebst.
Ich habe deine Einladung gehört. Ich öffne dir mein Herz.
Ich sage dir, was bisher falsch gelaufen ist in meinem Leben.
Ich danke dir, dass du für mich gestorben und auferstanden bist.
Von jetzt an soll mein Leben dir gehören“.
Der Heilige Geist lässt mich diese Worte sprechen. Darum schreibt auch der Apostel Paulus: „Niemand kann Jesus Christus den Herrn nennen, außer durch den Heiligen Geist.“

3. Der Heilige Geist schenkt uns Trost
Einen Tröster nennt der Evangelist Johannes den Heiligen Geist. Was ist das, Trost?
Das kleine Kind, das in der Nacht aufwacht und Angst hat, braucht Trost. Wenn die Mutter ans Bett tritt und es liebevoll in den Arm nimmt, dann ist das Trost – und alles ist wieder gut. Und der Angehörige, der einen liebevollen Menschen verloren hat, der braucht Trost. Das Gebet einer jungen Frau zeigt mir, wie elementar notwendig der Trost für unser Leben ist. „Trost ist nicht weniger lebenswichtig als Brot“ – hat sie über ihr Gebet geschrieben.
Dann betet sie:
Herr, ich habe ein so verzweifeltes Verlangen nach Getröstet werden.
Es ist niemand da, der meine Hand hält,
an dessen Brust ich mich flüchten,
in dessen Arme ich mich bergen kann,
bei dem ich weinen darf, der mir Trost zuspricht.“
Das ganze Leben von uns Menschen ist auf Trost hin angelegt. Jeder und jede von uns braucht etwas, was das unruhige Herz stillt. In der Bibel ist Trost ganz umfassend gemeint. Trost ist die Summe all dessen, was der Mensch an Sinn, Halt und Hilfe in der Bedrohung und Vergänglichkeit seines Lebens nötig hat.
Trost heißt, gehalten und getragen werden, auf schweren Wegen, im Leid und in der Anfechtung. Jeder und jede von uns braucht einen solchen Halt. Haltlose Menschen wollen wir doch wohl nicht sein.

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