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KIRCHE
UNTERWEGS
der Bahnauer Bruderschaft e.V.
Bruckäcker 9
71554 Weissach im Tal
© 2009-2012
KIRCHE UNTERWEGS |
Bericht Impulstag „Christliche Zirkusschule“
Auftakt für ein neues missionarisches Projekt |
Unterweissach. <mz>. „Ich finde Zirkus toll!“ Der Begeisterung von Elke Heinrichsohn, Mitarbeiterin der KIRCHE UNTERWEGS und gelernte Theater- und Zirkuspädagogin, konnte sich zwar keiner der 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Zirkusimpulstags entziehen – aber nicht alle stimmten ihrer Begrüßung so spontan zu. Manche zögerten: „Ja warum eigentlich?“ oder: „Ich bin gespannt, wie ihr Bibel und Zirkus zusammenbringt.“ und verschränkten die Arme. Man merkte: Die Teilnehmer hatten große Erwartungen in den Zirkustag; und genau deshalb sind sie gekommen. Aber manche wussten noch nicht so ganz, was für sie dabei herauskommen sollte, denn das Projekt ist neu.
Nach sieben Stunden Zirkustag fielen aber auch die letzten Zweifel in sich zusammen: Zirkus und Bibel haben zwar in dieser Kombination keine Tradition. Aber die spielerischen Erfahrungen beim Zirkus lassen sich durch biblische Aussagen untermauern – und zahlreiche biblische Aussagen werden durch Zirkusspiele vertieft.
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Darum war beim Impulstag zuerst Grundlagenarbeit angesagt. Manfred Zoll führte aus, dass für Bibel und Zirkus Freundschaft und Zusammenhalt bei gleichzeitiger Weltoffenheit wichtig seien. Vertrauen und Verlässlichkeit seien Grundwerte, ohne die weder Zirkus noch das Leben gelingen könne. Wenn beispielsweise der unterste einer Menschenpyramide plötzlich anfängt zu wackeln, fallen alle auf die Nase und nicht nur die Pyramide – auch das Vertrauen zerbricht und der Spaß ist dahin. Kinder lernen beim Zirkus ihre von Gott verliehenen Talente, zu entdecken, zu entwickeln und sie zu trainieren. Dabei üben sie Durchhaltevermögen ein. Sie können ihre Talente – gemäß dem Gleichnis Jesu – zur Ehre Gottes und Freude der Menschen einsetzen.
Der Star ist das Team: So machen sie beim Zirkus die Erfahrung, dass einer nicht alles können muss. Zum Glück sind die Begabungen unterschiedlich und auf viele verteilt. Jede und jeder kann im Zirkus – und im Leben – etwas einbringen und bekommt einen Platz. Keiner ist überflüssig. Diese Wertschätzung ist wichtig für die Entwicklung eines Kindes. Auch lernen Kinder den Umgang mit Grenzen und Versagen. Sie machen die Erfahrung: Ich bin bei Gott ganz angenommen auch mit meinen Schwächen. Keiner lacht mich aus, wenn was schief geht und ich den Anforderungen nicht gerecht werde oder meine Ziele nicht erreiche.
In der Schule erleben sich Kinder oftmals als Versager. Sie werden ausgelacht und verspottet, allein gelassen und gemobbt. Im Zirkus und in der Bibel lernen die Kinder auch den zu schätzen, der die Jonglierbälle fallen lässt. Sie lernen, dass jeder einen Platz bekommt in der Gemeinschaft. Auch der kleinste und schwächste – nämlich ganz oben auf der Menschenpyramide! Und sie lernen, dass sie trotz Versagens und Schuld Gottes geliebter Schatz sind!
Auch die Freude am Leben, das Zutrauen: „Du bist wertvoll. Du kannst was. Versuche, das was du kannst, möglichst gut zu machen und beharrlich daran zu üben. Lass nicht locker!“ sind verbindende Themen. Zutrauen und Hoffnung, das lehrt das Evangelium und ist deshalb zu vertiefender Bestandteil der Christlichen Zirkusschule.
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Artist Artur
Beim Impulstag „Christliche Zirkusschule“ wurde auch eine neue Arbeitshilfe vorgestellt: „Manege frei! Artist Artur und das Geheimnis des klapprigen Zirkuskarrens“ so der Titel. Sie ist gewissermaßen Fahrplan und Betriebsanleitung für eine Christliche Zirkusschule: Sie bietet Anleitungen, wie biblische Geschichten mit Zirkusgegenständen gespielt, als Mitmachtheater mit den Kindern zusammen präsentiert oder als Balljonglage erzählt werden können. Sie liefert Grundlagen und Starthilfe für die christliche Zirkusarbeit und sehr umfangreiche und leicht umsetzbare Anleitungen für alle Workshopbereiche wie Basteln, Spielen, Zirkusspiele. Ein Kapitel widmet sich der Frage: Wie kann man mit Zirkusgegenständen wie Einrad, Diabolo oder Lunastix biblische Impulse veranschaulichen? Somit ist das Heft für Anfänger und Fortgeschrittene eine große Hilfe. Umgesetzt werden kann diese Arbeitsmappe und die Idee „Christliche Zirkusschule“ bei Projektwochen in Gemeinden, Gemeinschaften sowie bei Ferienwaldheim oder auch in der Schule. Herausgegeben wurde die Arbeitshilfe von der KIRCHE UNTERWEGS (www.kircheunterwegs.de) und ist auch dort erhältlich.
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Live dabei: Kinder-Zirkus-Gruppe Sachsenweiler
Doch nicht nur eine neue Arbeitshilfe mit Artist Artur oder Zirkusworkshops zur Steigerung der Geschicklichkeit motivierten die Teilnehmer. Als gleich kurz nach Beginn die „Christliche Zirkusschule Sachsenweiler“ einflog, war jedem klar: Dynamik pur, Begeisterung und Motivation, das ist der Stoff aus dem Zirkus ist. Gut 30 Kinder hatten ihren allerersten Auftritt in der Öffentlichkeit und zeigten den Seminarteilnehmern sowie ihren Eltern: Zirkus ist wirklich toll! Es wuselte und krabbelte, es flitzte und flog kreuz und quer. Doch plötzlich verstummte das Stimmengewirr und das Zirkusprogramm lief wie am Schnürchen. Die Leiterin, Diakonin Sabine Schweizer hatte alles im Griff und die Kinder spielten mit großer Freude, Disziplin und Konzentration ihre Zirkusnummern.
Sieben Stunden später war dann wirklich allen klar: „Zirkus ist toll!“ Christliche Zirkusarbeit ist eine sehr gute Form der Arbeit mit Kindern: Ob Projektwoche, Waldheim, Schule oder regelmäßige Kindergruppe – jeder kann seinen eigenen Zirkus planen und gestalten! Selbst die Teilnehmer, die extra aus Brandenenburg an der Havel angereist kamen, sagten einstimmig: „Es hat sich gelohnt! Ich hab was gelernt und entdeckt, das ich mitnehmen und umsetzen kann in meiner konkreten Arbeit mit Kindern.“ So traten die Kursteilnehmer den Heimweg an: Voller Ideen und Lust auf ihre eigene Christliche Zirkusschule in Birkenfeld, Backnang oder Brandenburg. Denn Zirkus ist toll!
Manfred Zoll |
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